„Grund“ für die Stiftung

Hannah wurde am 28. Oktober geboren. Ein Augenblick der Alles veränderte. Erst kurz vor der Geburt war klar, dass Alles anders sein sollte, als geplant, denn Hannah hatte eine spina bifida (offener Rücken) und einen Hydrocephalus (Wasserkopf). Der Arzt sagte, Hannah würde schwerst kör­ perlich und schwerst geistig behindert sein. Doch Hannah zeigte, dass auch eine etwas andere Lebensplanung schön und sinnvoll sein kann. Hannah bewies von Geburt an, das sie leben wollte und ihr Leben sehr lebenswert ist. Erst nach 7 Monaten und 13 Operationen durfte sie nach Hause. Trotz der langen und schweren Zeit lernte sie in der Klinik das Lachen. Durch ihr Lächeln und ihr Kämpferherz hatte sie schnell alle auf ihrer Seite….
Sehr schnell zeigte sich, dass sie keineswegs geistig behindert war. Zwar war sie motorisch stark eingeschränkt (sie konnte weder robben noch krabbeln), machte dies aber durch ihren Charme wett. Mit 15 Monaten bekam sie ein Stehgestell und befand sich plötzlich mit anderen Kindern stolz auf Augenhöhe. Am Liebsten stand sie jedoch vor dem Spiegel und tanzte wie eine Prinzessin.

Als Hannah dann mit 25 Monaten endlich ihren ersten Rollstuhl bekam, begann ihre Zeit der ersten unabhängig­ keit, denn gleichzeit lernte sie, sich auf dem Po rutschend vorwärts zu bewegen. Der rote Rolli war ihr ganzer Stolz und durfte von keinem geschoben werden, denn sie wollte und durfte damit mindestens genauso schnell fahren, wie andere Kinder laufen. Hannah besuchte Tierparks, Restau­ rants und fuhr ganz normal mit in den Urlaub. Sie war in der Krabellgruppe, beim Rollstuhlsport, in der Kindertanz­ gruppe und mit drei Jahren kam sie in ihren heißersehnten normalen Kindergarten, wo sie mit Lea auch ihre erste selbstgewählte Freundin fand.

Ja – es gab auch die furchtbaren, angsterfüllten Tage…mit Komplikationen und Notoperationen. Lange Klinik­ aufenthalte, teilweise in weit entfernten Kliniken, Besuche bei verschiedensten Fachärzten, sowie ständige Therapien und Frühförderungen gehörten zum Alltag. Für viele, sonst selbstverständliche Dinge, musste lange gekämpft werden (z.B. Kindergartenplatz).Immer wieder musste sie beweisen, dass sie ein ganz normales, lebensfrohes kleines Mädchen ist…, dass sie sich sehr gut in den „normalen“ Alltagintegrieren kann.

Das Wichtigste war immer, Hannah ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen – vieles befand sich noch in Planung (Bau einer Rampe zu Haustür, ein behindertengerechts Badezimmer,…) da die finanziellen Möglichkeiten sehr beschränkt waren.

Leider verstarb Hannah am 20. Februar 2007 im Alter von 3 1/2 Jahren viel zu früh an einer Hirnentzündung.

Hannah war immer eine große Bereicherung und sie hat Allen, die sie kannten, gezeigt, dass jeder Augenblick zählt!